Gemeindewanderung einmal anders...


Wandern oder nicht Wandern? Die Vorhersage hatte Regenwetter angesagt und tatsächlich so war es auch. Schon am Morgen setzte der Regen ein. Doch sieben eiserne Wanderer haben sich davon nicht abschrecken lassen. In Gailingen angekommen machten wir uns mit Schirmen auf den Weg. Ein Mitwanderer stellte fest: „Jetzt sind wir in einer Situation, wie sie in der 18-jährigen Tradition der Gemeindewanderungen noch nie passiert ist: Es regnet und regnet.“ Kaum waren wir eine halbe Stunde unterwegs, da klingelte das Handy: „Hier ist das jüdische Museum in Gailingen. Sie hatten vorher auf Band gesprochen. Eigentlich hat das Museum an Samstagen geschlossen, aber Sie können es besichtigen, wenn Sie in der nächsten Stunde hier sind.“ Wir machten sofort kehrt und haben das „trockene“ Angebot gerne angenommen.
So haben wir erfahren, dass Gailingen jahrhundertelang einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil hatte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Hälfte der Einwohner des Ortes jüdische Bürger. Von 1870 bis 1884 hatte die Gesamtgemeinde sogar einen jüdischen Bürgermeister. Das Gemeindeleben mit unter der Leitung berühmter Rabbiner und Lehrer geschaffenen religiösen und sozialen Einrichtungen (Rat- und Schulhaus, zentrale Wasserversorgung, Krankenhaus, Altersheim) galt bis zur Zeit des Nationalsozialismus als mustergültig.
Die Einkehr in einem Gasthaus haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen. Das Hotel Rheingold hieß uns mit einem schön gedeckten Tisch und mit zwei extra nur für uns gebackenen Kuchen willkommen.
Die besten Wandergeschichten, sind die, in denen etwas nicht so läuft wie geplant. So betrachtet wird unsere regnerische Wandererfahrung noch gut in Erinnerung bleiben.

Bernhard Schallenmüller

 

 

Einladung zur Gemeindewanderung am 27. Okober 2018

Grenzgänger

 

Hin und her, über die Grenze und wieder zurück verläuft dieser Premiumwanderweg. Ausgangspunkt ist Gailingen am Hochrhein. Wir beginnen unsere Wanderung am Ufer des Hochrheins mit Blick auf den hübschen Schweizer Grenzort Diessenhofen. Abwechslungsreich verläuft der Weg durch Rebflächen, Wiesen und Wälder mit gleich mehreren einmaligen Aussichtspunkten auf den Schienerberg sowie das Bibertal.


Charakter: Naturwege, Waldwege und Wirtschaftswege wechseln sich ab. Höhenunterschiede: ca. 190 m.


Länge: 13 km. Gehzeit: 4 Stunden

Datum: Samstag, den 27. Oktober 2018

Zeit: Wir treffen uns um 9:00 Uhr am Bahnhof Konstanz. Wir fahren mit dem Seehas um 9:22 Uhr nach Singen und weiter mit Bahn und Bus nach Gailingen.


Verpflegung: aus dem Rucksack, am Schluss Einkehr in einem Gasthaus


Kosten: 10,- Euro für Bahn und Bus                              wanderung

Wichtig: Personalausweis mitnehmen!                            Foto: Bernhard Schallenmüller
     

Bernhard Schallenmüller